Hallo,
der heutige Post sowie die folgenden sind meiner ersten Woche auf dem Schiff gewidmet, auf die ich nun, nach einem Monat, mit unglaeubigem Kopfschuetteln zurueckblicke. Unglaeubig deshalb, weil alles so schnell ging, weil wir einen tollen Einstand sowohl auf dem Schiff als auch beim Job hatten, weil mir klar geworden ist, dass ich mir im Vorfeld 'n viel zu grossen Kopf um alles gemacht habe, weil inzwischen so viel Erzaehlenswertes passiert und weil mir das Schiffsleben mittlerweile schon so vertraut geworden ist. Es gibt natuerlich noch sehr viel zu entdecken, Langeweile wird also vorerst nicht aufkommen. Aber es fuehlt sich definitiv nicht mehr so neu und unbekannt an wie in der ersten Woche.
Los ging es mit dem Flug mit Lufthansa von Berlin Tegel ueber Frankfurt/Main und einer Uebernachtung im Best Western Hotel unweit des Flughafens in Barcelona. Dieser Aufenthalt wurde fuer uns gebucht, weil die Einschiffung am naechsten Morgen sehr frueh losgehen sollte. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, lernte ich bald darauf drei meiner zukuenftigen Kollegen von Blue Man USA kennen und fuehlte mich schon nicht mehr ganz so allein. Die Gespraeche waren typisch: wie lange arbeitest Du schon fuer Blue Man, in welcher Show (Berlin, New York, Chicago, Boston, Orlando, Tokio) bzw. welche Tour, welchen Job machst Du in der Show, wie bist Du zu dem Job auf der Epic gekommen usw. Wir kamen uns vor wie ein handverlesenes Spezialisten-Team, das fuer eine besondere Mission an einen bestimmten Ort in dieser Welt entsandt wurde ;-) Wie sich herausstellte, waren ganz viele zukuenftige Crewmitglieder aus aller Herren Laender in diesem Hotel untergebracht.
Die Nacht war dementsprechend kurz, ich war sehr gespannt, was mich am naechsten Tag erwarten wuerde. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck hiess es um 5:30 Uhr (!!) Abfahrt mit den Shuttles Richtung Hafen.
Schon von weitem war unser neues Zuhause zu sehen, und nach dem Aussteigen wurden uns die tatsaechlichen Ausmasse der Epic klar. Wie ein fetter Wohnblock lag sie am Pier, der Anfang und das Ende kaum auszumachen:

Fuer uns hiess es: nicht lange staunen, sondern Koffer schnappen und dann ab Richtung Einschiffung. Diese Prozedur stellt selbst die Sicherheitskontrollen an Flughaefen in den Schatten. Alles wird mehrfach gecheckt und durchleuchtet, saemtliche Papiere muessen mehrfach vorgelegt und abgestempelt werden (Pass, Arbeitsvertrag, Gesundheitsnachweise, Fuehrungszeugnis usw.), und das obwohl ich alles schon im Vorfeld einreichen musste!!
Erstmal erfolgte eine Kontrolle an Land, die ist so ungefaehr wie auf'm Flughafen. Dann kam der grosse Moment, wo wir uns mit Sack und Pack dem Schiff naeherten. Der Einstieg war dann relativ unspektakulaer durch eine kleine Luke, naja, eben fuer die Crew ;-)

Ein kurzer Blick nach oben (in so ein Rettungsboot passen knapp dreihundert Leute rein, wie ich mittlerweile weiss...)

und nach links

und dann war ich drin im grossen Bauch der Epic. Eigentlich ein kleiner Schritt, aber innerlich fuehlte es sich ziemlich gross und bedeutend an, der Eintritt in eine neue Welt...
Schiff ahoi und bis zum naechsten Mal,
Keezee